Gegnerporträt: Eispiraten Crimmitschau

Wer sich mit dem sächsischen Eishockey auskennt – und davon kann man beim überwiegenden Teil der IceFighters-Fans ausgehen – kennt natürlich die Eispiraten Crimmitschau und war möglicherweise schon des Öfteren im Sahnpark zu Gast. Dennoch wollen wir an dieser Stelle auf einige vor allem geschichtliche Fakten unseres geschätzten Kooperationspartners eingehen.
Die Geschichte des Eishockeysports in Crimmitschau geht bis in die Anfänge des 20. Jahrhunderts zurück. Zunächst spielte man, wie anderswo in Deutschland auch, das mit dem Eishockey verwandte Bandy, bei dem die Spielfläche deutlich größer ist. Schon damals spielte man im Naturpark und Erholungszentrum Sahnpark, allerdings unter freiem Himmel. 1920 wurde der EHC Crimmitschau gegründet und erste Erfolge im Eishockey stellten sich in den 1930er Jahren ein, als man in diesem Jahrzehnt drei Mal die mitteldeutsche Meisterschaft gewann. In der Saison 1936/1937 vereinigte man sich mit dem ortsansässigen Tennisclub zum ETC Crimmitschau. Diese Kombination aus Eishockey- und Tennisabteilung gibt es noch heute.
In den DDR-Jahren wurde mehrfach Name und Struktur geändert. Mal war man eine Betriebssportgemeinschaft (BSG), mal ein Armeesportklub (ASK). Hinter den Spitzenvereinen aus Berlin und Weißwasser etablierte sich Crimmitschau als Nummer drei im DDR-Eishockey, wurde mehrfach Pokalsieger und brachte einige Nationalspieler hervor.
Nachdem die Oberliga aufgrund des Beschlusses der Staatführung auf die beiden Dynamo-Teams in Berlin und Weißwasser reduziert wurde, spielte man nur noch auf Amateurniveau und trug jährlich eine Bestenermittlung aus.
Richtig Fahrt kam erst mit der politischen Wende auf, als am 3. Mai 1990 der Eishockey- und Tennisclub Crimmitschau wiedergegründet wurde. Durch die Euphorie und das damit verbundene große Zuschaueraufkommen machte sich Crimmitschau schnell einen Namen in der deutschen Eishockeyszene und konnte binnen weniger Jahre in die zweithöchste deutsche Spielklasse hochrücken. Seit der Jahrtausendwende spielten die Eispiraten, wie sie seit 2007/2008 heißen, bis auf eine einzige Saison immer in der 2. Bundesliga bzw. DEL2 – angesichts mehrerer finanzieller Flauten, auch bedingt durch die vergleichsweise strukturschwache Region, eine bemerkenswerte Leistung. Vor allem die treuen Fans waren es, die gleich mehrfach eine drohende Insolvenz durch Spendenaktionen abwenden konnten.
Größter sportlicher Erfolg der jüngeren Vergangenheit war das Erreichen des Playoff-Halbfinals in der Saison 2023/2024, wo man dem späteren Meister Regensburg unterlag.
Rekordspieler der Eispiraten ist nach wie vor André Schietzold, der bei unseren KSW IceFighters in seine nunmehr bereits dritte Saison geht. Ihm dicht auf den Fersen ist Dominic Walsh, der seit 2013 dem Kader der Eispiraten angehört.
Bislang zwei Vorbereitungsspiele hat unser Gegner des kommenden Sonntags (Spielbeginn im anona ICEDOME ist um 16 Uhr) bereits bestritten. Beim CCM-Cup auf heimischen Eis wurden zunächst die Selber Wölfe mit 3:1 und anschließend Deggendorf mit 7:4 besiegt. Bevor es für die Eispiraten am Sonntag nach Leipzig geht, trifft man Freitag auswärts auf HC Škoda Plzeň.