Spielberichte

Torfestival am dritten Advent

Da staunt der Fachmann und der Laie wundert sich: Ganze 13 Mal mussten die drei Goalies am Sonntagabend hinter sich greifen. Drei Torhüter? Ja, denn nachdem von 16 im ersten Drittel abgegebenen IceFighters-Schüssen ganze vier im Scorpions-Tor landeten, tauschten die Gäste aus Niedersachsen ihren Goalie aus.

Was war passiert? Nach einer Leipziger Scheibeneroberung im eigenen Drittel ging es fix Richtung Gästetor und Yannic Bauer (Luke Volkmann, Max Herzog) vollendete in der dritten Minute zur frühen Führung. 19 Sekunden später war der Vorsprung dahin, denn Rik Gaidel glich für die Scorpions aus. Kurz darauf gingen die Gäste sogar in Führung (Carson McMillan, 5. Min). In der 14. Minute bediente Johan Eriksson Lukas Vantuch, der mehrere Gegenspieler stehen ließ und den mitgelaufenen Emil Aronsson bediente. Leipzigs Kapitän ließ sich die Chance zum Ausgleich nicht nehmen. Dann gabs den Leipziger Doppelschlag. Zunächst bekamen die Scorpions den Puck nicht aus dem eigenen Drittel. Dieser landete bei Jacob Ficenec, der ihn in der 19. Minute aus knapp zehn Metern in die Maschen bugsierte. Sechs Sekunden vor der ersten Pause zappelte der Puck erneut im Netz der Gäste. Von Robin Thalmeier gelangte die Scheibe zu Tim Detig, der aus einer Körperdrehung heraus den Blick für Mitspieler Daniel Visner hatte, welcher das 4:2 markierte.

Die Gastgeber, die mit nur vier etatmäßigen Verteidigern antraten, ließen im zweiten Spielabschnitt keinen Gegentreffer zu und erhöhten ihrerseits in der letzten Minute des Drittels auf 5:2. Daniel Schwamberger traf nach Vorarbeit von Johan Eriksson und Emil Aronsson aus gut 16 m ins obere kurze Eck.

Das 6:2 für die IceFighters war fast ein Abziehbild des ersten Tores. Keine drei Minuten waren (wie im ersten Drittel) gespielt, als Yannic Bauer (wie im ersten Drittel) aus nahezu identischer Position in Tor traf. Und wie zu Beginn dauerte es keine Minute, bis darauf ein Treffer der Scorpions folgte (Pascal Aquin, 44. Min). Doch diesmal hatten die Hausherren die richtige Antwort parat, denn Daniel Visner (Marc Zajic, Tim Detig) erhöhte nach Videobeweis auf 7:3. In der 51. Minute eroberte Johan Eriksson die Scheibe hinter dem gegnerischen Tor, spielte zu Landsmann Emil Aronsson und Leipzigs Kapitän bediente Lukas Vantuch, der sich nach seinem Assists im ersten Drittel nun auch in die Torschützenliste eintragen durfte. Pascal Aquins Shorthander (53. Min) und Norman Hauners Treffer (60. Min) waren nicht mehr als Ergebniskosmetik in einem denkwürdigen Spiel vor 1.528 Zuschauern.

Für die KSW IceFighters war dies der erste Heimsieg seit dem 24. Oktober. Gegner damals – ebenfalls die Hannover Scorpions. Bemerkenswert: Ganze 13 Leipziger Spieler trafen das Tor oder steuerten Vorlagen bei. Ebenfalls erwähnenswert: Nur eine einzige 2-Minuten-Strafe mussten die IceFighters hinnehmen und verbessern sich in der Fairplay-Tabelle der Liga von Platz 11 auf 10. Und: Leipzig schoss fast doppelt so oft aufs gegnerische Tor (39:21 Torschüsse).

Foto: Laura Römer