Spielberichte

Ein Dutzend bissige Bären

Die KSW IceFighters Leipzig haben das letzte Heimspiel der regulären Saison gegen die Hammer Eisbären verloren und treffen im Playoff-Achtelfinale auf den Zweiten der Oberliga Süd – den ECDC Memmingen Indians.

Wenn nichts mehr hilft, dann vielleicht Galgenhumor. Also bitte schön: Der Playoff-Gegner Bad Tölz wurde am Sonntagabend erfolgreich vermieden…
Im Ernst – die KSW IceFighters Leipzig schicken ihre Fans nach wie vor auf eine emotionale Berg-und-Tal-Fahrt. Auf ein mitreißendes 9:4 am Freitag in Herne folgte am Sonntag vor 1.844 Zuschauern ein in allen Belangen enttäuschendes 1:5 zuhause gegen Hamm.

Das Eisbärenteam reiste stark dezimiert an – nur zwölf Feldspieler, davon lediglich vier Verteidiger standen zur Verfügung. Angesichts dessen war „Schönspielen“ keine Option, wie Gästecoach Tobias Stolikowski auf der Pressekonferenz nach dem Spiel sinngemäß bekannte. Stattdessen wollte man aus einer sicheren Abwehr heraus auf Konter warten und diese nutzen. Diese Taktik ging auf, denn bereits in der dritten Minute ging Hamm durch Linus Wernerson Libäck in Führung – ausgerechnet während eines Leipziger Powerplays. In der 15. Minute konnten die Eisbären erhöhen, denn einen Drei-auf-Zwei-Konter schloss Moritz Israel erfolgreich ab. Trotz 21:12 Torschüssen im ersten Drittel zugunsten der Hausherren blieb das Hammer Tor wie vernagelt.

Im zweiten Abschnitt schossen die IceFighters doppelt so oft aufs gegnerische Tor (16:8 Schüsse), doch mehr als der Anschlusstreffer durch Daniel Schwamberger (Lukas Vantuch, Jacob Ficenec) in der 33. Minute sprang für die Gastgeber nicht heraus.

Ein Leipziger Powerplay zu Beginn des Schlussdrittels blieb nicht nur erfolglos, sondern zog – aufgrund einer Strafe gegen Leipzig – ein Unterzahlspiel nach sich, das wiederum Moritz Israel zum 3:1 für die Gäste nutzte (42. min). Ein weiterer Konter endete mit dem 1:4 (Jona Dannöhl, 56. min) und Lars Reuss traf in der vorletzten Spielminute das leere Leipziger Tor zum 1:5 Endstand. Auch im dritten Spielabschnitt lohnt der Blick auf die Torschuss-Statistik: 16:6 zugunsten der Gastgeber, die an die am Freitag in Herne dargebotene Effizienz vor dem gegnerischen Tor (neun Tore bei 31 Schüssen) nicht annähernd anknüpfen konnten.

Am Dienstag folgt das tabellarisch bedeutungslose Spiel in Rostock (die Piranhas haben die Playoffs verpasst), bevor am kommenden Sonntag, dem 8. März, für die KSW IceFighters die erste Playoffrunde in Memmingen startet. Sollte sich die sportliche Achterfahrt auch in der Serie gegen die Süd-Indians fortsetzen, dann darf man trotz aller Enttäuschung nach der Pleite gegen Hamm auch die eine (oder andere) überzeugende Leistung der Leipziger erwarten.

Foto: Laura Römer