Vorberichte

Unser Gegner im Porträt

Blicken wir zuerst auf die Aktualität: Lange hielten die Indians den Kampf um die Südmeisterschaft offen, doch nach 52 Spieltagen hatte Konkurrent Deggendorf vier Punkte mehr auf dem Konto. Platz zwei in der Hauptrunde der Oberliga Süd wurde zuvor übrigens schon zwei Mal erreicht – 2019/2020 sowie 2021/2022.

Von den 52 Spielen in dieser Saison hat Memmingen nur zehn verloren, davon je fünf daheim und auswärts. Ein einziges Mal blieb man torlos, dafür erzielten die Indians ganze vier Mal zehn Tore oder mehr in einem Spiel. Erfolgreichster Scorer ist der Kanadier Felix Brassard, der im Schnitt pro Spiel ein Tor schießt und eine Vorlage gibt (50 Tore und 49 Assists in 52 Spielen). Er kam vor der Saison aus Peiting. Sein Landsmann Brett Ouderkirk (zuvor Heilbronn) hat 73 Scorerpunkte auf dem Konto und der Deutsch-Lette Edgars Homjakovs 69 Punkte. Mit Denis Fominych steht auch ein ehemaliger IceFighter im Kader der Memminger. Seine Bilanz: 36 Punkte in 38 Spielen.

Wofür steht eigentlich das „ECDC“ im Namen unseres Playoff-Gegners ECDC Memmingen Indians? Bis 2003 wäre die Antwort noch „Elite Club Dynamo Chiemsee“ gewesen und seitdem steht es für „Eisclub Die Coyoten“. Und nein, das damalige „Dynamo“ im Namen hatte nichts mit Polizeisportclubs in der ehemaligen DDR zu tun und über diese womögliche „kulturelle Aneignung“ (kleiner Spaß am Rande) sehen traditionsbewusste Ostdeutsche sicher großzügig hinweg.

Die Eishockeygeschichte in Memmingen geht bis in die 1950er Jahre zurück, doch der 1992 gegründete ECDC Memmingen begann erst im Herbst 1999 am Spielbetrieb zunächst in der Bezirksliga Bayern teilzunehmen. Ab 2005 spielte man in der Bayernliga, bis 2017 der Aufstieg in die dritthöchste Spielklasse gelang. Nach dem souveränen Klassenerhalt im ersten Jahr erreichten die Indianer in der Saison 2018/19 erstmals die Play-Offs der Oberligen, was damals den größten Erfolg der Vereinsgeschichte bedeutete. Seitdem sind sie, abgesehen vom coronabedingten Abbruch 2019/2020, immer in den Playoffs vertreten und standen 2021/2022 sogar im Finale, wo sie allerdings den Eisbären Regensburg unterlagen. Regenburg hatte damals im Achtelfinale in einer legendären Serie die IceFighters mit 3:2 bezwungen. In der Saison 2024/2025 war, ebenso wie für Leipzig, im Viertelfinale Endstation, als man sich den Heilbronner Falken geschlagen geben musste. Zuvor hatten sich die Süd-Indianer gegen die Nord-Indianer aus Hannover durchgesetzt.

Unbedingt erwähnenswert: Die Frauenmannschaft des ECDC spielt seit 1998 durchgehend in der Fraueneishockey-Bundesliga. Zwischen 2016 und 2025 wurde die Mannschaft sechsmal Deutscher Meister. 2017 und 2023/24 gewann sie den internationalen EWHL Super Cup.

Foto: ECDC Memmingen