Spielberichte

Ein letzter Spielbericht

Geschlagen, aber erhobenen Hauptes verließen die KSW IceFighters Leipzig am Sonntagabend das Eis des anona ICEDOME. Zuvor hatte das Team minutenlangen Applaus von der „Blauen Wand“ und von vielen weiteren der 1.934 Zuschauern empfangen. Die Fans feierten die Mannschaft für eine lange Saison, in der weiß Gott nicht alles wie gewünscht verlaufen war, und für eine mitreißende Achtelfinalserie gegen die Memmingen Indians, denen man (O-Ton Indians-Headcoach Daniel Huhn) „in vier Spielen alles abverlangt“ hatte.

Letztendlich setzten sich die Memminger in Spiel vier deutlich mit 7:2 durch. Indians-Topscorer Felix Brachard steuerte drei Tore und zwei Vorlagen bei, sein Landsmann Brett Ouderkirk traf doppelt, die weiteren Gästetore erzielten Edgars Homjakovs und Markus Lillich. Zwei der sieben Gästetore fielen im Powerplay (Quote: 2 von 3), zwei weitere waren Emptynetter, da Leipzig über weite Strecken des Schlussdrittels Goalie Eric Hoffmann zugunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis genommen hatte.

Die Gastgeber konnten nur  eines von sechs Powerplays zum Torerfolg (Johan Eriksson) nutzen – auch das war in dieser Serie neben der Chancenverwertung ein entscheidender Faktor, der schließlich den Ausschlag für das Weiterkommen des Süd-Oberligisten gab. Das andere Tor für die KSW IceFighters erzielte Emil Aronsson zum zwischenzeitlichen 1:1 Ausgleich.

Nach 54 Pflichtspielen endet somit für die KSW IceFighters Leipzig diese Berg-und-Tal-Saison 2025/2026, die nicht nur Spielern und Trainer alles abverlangte, sondern auch die treuen Fans durch ein Wechselbad der Gefühle schickte – und mitunter auch deren Leidensfähigkeit auf den Prüfstein gestellt hat. Allen Fans, allen Sponsoren und Partnern, allen Ehrenamtlichen, Helfern und Dienstleistern sei an dieser Stelle im Namen von Team, Staff und Geschäftsstelle ein großer Dank für Treue, Leidenschaft und Engagement ausgesprochen!

Die ECDC Memmingen Indians müssen jetzt mit der gewaltigen Bürde leben, dass Leipzig bei seinen letzten drei Playoff-Teilnahmen immer gegen den späteren Aufsteiger ausschied – 2022 gegen Regensburg, 2023 gegen Rosenheim und 2025 gegen Bietigheim. Ob dies für die Allgäuer Motivation oder Belastung ist, wird man im Viertelfinale erleben. Für dieses sind vier Team aus der Oberliga Nord (Hannover Scorpions, Tilburg Trappers, Hannover Indians, Füchse Duisburg) sowie drei Teams aus der Südstaffel (neben Memmingen auch Deggendorf und Selb) bereits qualifiziert. Der letzte Teilnehmer wird am Dienstag in Bad Tölz (gegen Hamm) ermittelt.

Dass der Eishockeystandort Leipzig in diesem Viertelfinale mit der ungeliebten Zuschauerrolle vorlieb nehmen muss, ist Motivation genug, in den nächsten Wochen und Monaten den Grundstein dafür zu legen, dass die kommende Saison länger andauert. Wie gewohnt wird die spielfreie Zeit genutzt, um das IceFighters-Team für die Spielzeit 2026/2027 Stück für Stück der Öffentlichkeit vorzustellen.

Foto: Laura Römer