Am Samstag, dem 5. September 2026, feiert der Leipziger Sport-Club 1901 e.V., dessen Sportanlagen sich an der Pistorisstraße im Stadtteil Schleußig befindet, sein 125-jähriges Bestehen. Der Spartenverein beheimatet die Sportarten Fußball, Hockey und Tennis, doch angefangen hatte es 1901 mit dem Eishockeysport.
In der ersten Folge der „Leipziger Eishockey-Geschichte(n)“ wurden u.a. die Brüder Schomburgk erwähnt (nachzulesen hier: https://icefighters.de/news/details/leipziger-eishockey-geschichten-diese-schomburgks), die maßgeblich zur Etablierung dieses Sports in unserer Stadt beigetragen hatten. Aus den losen Spielgemeinschaften, die sich auf dem zugefrorenen Teich des heutigen Clara-Zetkin-Parks regelmäßig getroffen hatten, sollte ein Verein gegründet werden. Arthur Schomburgk sowie sein Sportkamerad Heinrich Kessler verschickten handgeschriebene Zettel an ihre Sportfreunde, in denen sie die Vorzüge eines im Verein betriebenen Sports hervorhoben. Dies traf auf viel Zuspruch, vor allem unter Studenten und Gymnasiasten. Darunter waren auch einige Berliner, die zum Studium nach Leipzig gezogen waren und mit T. M. Fyshe ein junger Kanadier, der hier das Gymnasium besucht hatte. Leipzigs erster Importspieler – wenn man so will…
Am 16. April 1901 fand eine vorbereitende Sitzung zur Vereinsgründung statt und am 30. April des Jahres wurde im damals recht bekannten Innenstadt-Restaurant „Kitzing&Helbig“ in der Schlossgasse (heute steht dort der Petersbogen) der „Leipziger Sport-Club“ gegründet. Neben Eishockey sollte auch Tennis zu den vom Verein betriebenen Sportarten gehören – und so kam es dann auch. Und dass man dort erfolgreich war (Heinrich Schomburgk Olympiasieger 1912), kann man im oben verlinkten Artikel nachlesen.
Am 3. Mai 1901 gab es die konstituierende Vorstandssitzung. Vereinsgründungs-Initiator Arthur Schomburgk wurde 2. Vorsitzender. Zum 1. Vorsitzenden wählte man Albert Dufour-Feronce aus der bekannten Leipziger Dufour-Familie. Ebenso wie es eine Schomburgkstraße in Leipzig gibt, findet man in unserer Stadt übrigens auch eine Dufourstraße (zwischen Wundtstraße und Karl-Liebknecht-Straße). Jener Albert Feronce-Dufour war interessanterweise auch einer der Mitgründer des Leipziger Ballsport-Clubs, der von 1893 bis 1945 existierte und zu den Mitgründern des Deutschen Fußball-Bundes gehörte.
Zurück zum Leipziger Sport-Club: Wenige Wochen nach der Gründung fand am 17. Mai 1901 die erste Mitgliederversammlung statt. Hier wurde auf Antrag entschieden, dass auch Frauen in den Verein eintreten dürfen. Zwei Monate später standen im Mitgliederverzeichnis bereits 127 Personen, darunter elf Damen. Die Namensliste las sich wie ein „Who’s Who“ der Leipziger Gesellschaft, denn klangvolle Namen wie Brockhaus, Reclam oder Frege (Fregestraße im Waldstraßenviertel erinnert an die Familie) waren darin zu finden.
Die originalen schwarz-roten Clubfarben der damaligen Zeit sind beim LSC 1901 e.V. immer noch aktuell. Seinerzeit waren die Mitglieder bei gesellschaftlichen Anlässen oder auch im Alltag gut zu erkennen – durch Strohhüte mit schwarz-rotem Band oder schwarz-roten Clubjacken, die bis in die 1930er Jahre gefertigt wurden.
Dem Leipziger Sport-Club 1901 e.V. gratulieren wir an dieser Stelle herzlich zum Jubiläum und wünschen den zahlreichen Mitgliedern und ehrenamtlich Engagierten alles Gute und viel Erfolg!
Foto: Archiv Sportmuseum Leipzig
